Ich bin seelisch seit ich denken kann ohne Angst vor dem Tod gewesen.
Zuverlässig. Die hirnorganischen Reflexe, Angst vor Schmerz, Verletzung und Tod kann ich willentlich nicht wegblenden. Aber Angst vor dem Tod, nö.
Deshalb engagiere ich mich in der Hospizbewegung und war meiner Schwägerin hoffentlich ein guter Begleiter. Ich ging während und gehe nach ihrem Sterben deutlich gestärkter weiter im Leben voran. Ich durfte schon vier Menschen unterschiedlich in ihrem Sterben begleiten und ja, es hat mir gefallen, dabei zu sein, weil Gott jedes Mal sehr deutlich anwesend war und alles Sinn bekam.
Ich gebe jede Auskunft – Ärzten, wildfremden Menschen, direkt und nicht am Telefon. Tabus, welche denn? Sex, Gott, Beruf, Geld, die Liebe meines Lebens: jedes Thema.
Was kann mir passieren? Ich verliere die Liebe meines Lebens, Geld, Obdach, Freunde, Hunde, Taschentücher… Na und? Da ist nur Gott und den kann ich nicht verlieren, weil ich ihn nie hatte. Ich hatte noch nie etwas. Ich darf Gnade erleben und den Rest, den er mir in meinem reich gesegneten Leben schenkte und vielleicht noch ein paar Sekunden schenkt. Und selbst dieses Erleben von Sekunden ist nur ein Geschenk. Zeit ist ein Geschenk und direkte Gnade.
Jeder Verlust ist ein Verlust von etwas, was mir nie gehörte in diesem Leben. Welch eine Gnade Gott so lieben zu dürfen und welch ein überreiches Geschenk, dass ich die Liebe meines Lebens an meiner Seite weiß.
Sorry: Aber selbst das ist nur der Gnade des Herrn geschuldet und selbst die besitze ich im Hier und Jetzt nicht. Ich freue mich ohne Ende auf ihn und wenn er mir die Gnade schenkt, dann ist es so, weil er so entschieden hat.
Amen.